Velour

Velours – aus dem Französischen als Samt übersetzt – bezeichnet eine Textilie mit flauschiger Oberfläche. Je nach Herstellung werden verschiedene Arten unterschieden: Beim Samt, Velours und Plüsch wird in ein Grundgewebe ein weiteres Schuss- oder Kettfaden-System mit feinen bis groben Schlaufen bzw. Schlingen eingearbeitet, die hernach aufgeschnitten werden und somit auf einer Seite den typischen Flor ergeben. Während Samt einen feinen, kaum fühlbaren Flor aufweist, kann in höher florigen Velours bestens mit den Fingern Muster gemalt werden. Plüsch dagegen zeichnet sich durch einen hohen Flor aus, der durchaus auch teilweise verfilzt werden kann. Nur bei höherwertigen Materialien spricht man vom Naturseidensamt (aus reiner Seide) oder Baumwollsamt (aus Baumwolle). Pannesamt oder Spiegelsamt dagegen bezeichnet kein Material sondern eine besondere Verarbeitung: Durch »Pannieren«, einem Flachpressen des Flors, wird nicht nur ein glänzender, fast spiegelnder Samt hervorgerufen, sondern auch eventuell ein Muster eingeprägt.

Neben dieser aufwendigen Art und Weise des Webens kann Velours auch ganz simpel mittels Aufrauen einer Oberfläche eine samtartige Optik erhalten – ähnlich wie Veloursleder! Veloursteppiche dagegen entstehen durch Nähen großer Schlingen auf ein Grundgewebe, wobei das Garn durch Greifer am vollständigen Festziehen gehindert wird und somit gleichmäßige Schlaufen bzw. Schlingen entstehen. Wird diese Technik des Tufting so belassen, ensteht ein Schlingenflorteppich (Schlingenware). Werden die Schlaufen auf- bzw. abgeschnitten nennt man den Teppich mit samtartigen Schnittflor Veloursteppich.