Polycarbonat (PC)

Mit diesem äußerst robusten Kunststoff behält man den klaren Durchblick nicht nur beim Möbel-, Leuchten– und Accessoires-Design: Schon früh startet die Erforschung der Polycarbonate (PC) in Laboren:

1898 synthetisiert der deutsche Chemiker Alfred Einhorn diese polymere Ester der Kohlensäure mit Diolen, sogenannter zweiwertiger Alkohole, als Polykondensation mit Phosgen. Bis weit in die 1930er Jahre wird an der klaren Substanz experimentiert, aber erst 1953 entwickelt Herman Schnell bei der Bayer AG das erste industriell relevante Polycarbonat (PC, Kennziffer 7). UV– und witterungsbeständig, mit hoher Festigkeit, Schlagzähigkeit, Steifigkeit und Härte ausgezeichnet sowie stromisolierend und schwer entflammbar, wandert der recht teure Kunststoff zuerst nur in Produktion für Militär- und Laborbedarf; besonders optische Linsen und Brillengläser zeichnen sich aus. Erst durch die Umstellung auf eine umweltfreundlichere, aber fast ebenso kostenintensive Herstellung seit den späten 1990er Jahren werden Polycarbonate im Möbel-, Leuchten- und Accessoires-Design großzügiger eingesetzt, aber nur dort, wo andere Kunststoffe zu zerbrechlich und kratzempfindlich oder zu wenig formstabil und transparent sind.

Möbel, Leuchten und Accessoires aus Polycarbonat (PC) werden vorwiegend im modernen Rotations­Spritzguss­Verfahren hergestellt. Der transparente Kunststoff kann dabei leicht in dem gewünschten Farbton von der zarten bis zur blickdichten Tönung eingefärbt werden. Für weltweite Furore sorgt 2003 der französische Designer Philippe Starck mit seinem für Kartell entwickelten »Louis Ghost« Stuhl. Sein weltweiter Erfolg sorgt für eine kostenintensive Weiterentwicklung der Verarbeitung des italienischen Herstellers Kartell, die in der erfolgreichen Verschweißung zweier Kunststoffhälften des zuvor als »Mr. Impossible« firmierten Stuhls gipfelt. Zwei Dinge sind wichtig: Erstens ziehen immer mehr Hersteller nach und setzen gekonnt Polycarbonat (PC) in ihrem Möbel, Leuchten und Accessoires-Design ein. Zweitens setzen Nieten und Gürtelschnallen, trockenes Staubputzen sowie alkalische oder sandhaltige Putzmittel dem an sich robusten Kunststoff zu, so dass wir klares Wasser mit Geschirrspülmittel und weichem Schwamm zur Reinigung empfehlen.

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