Ottoman oder OttoMane

Dieser Polstermöbel-Begriff leitet sich nicht von einem türkischen Herrschernamen, sondern von dem französischen Ausdruck »ottoman«, osmanisch, ab. Seit Mitte des 18. Jahrhunderts bezeichnet eine Ottomane ein orientalisch geprägtes Ruhe- bzw. Tagesbett, auf dem sowohl gesessen als auch die Beine hochgelegt werden durften. Gängig war eine geschlossene Sofa-Form, gerne auch Kanapee genannt: die zwei Armlehnen sind gleich gut gepolstert und gehen in nahezu gleichbleibender Höhe in die verbindende Rückenlehne über. Zudem verfügt das Liegesofa über eine etwas erhöhte Sitztiefe. Die Ottomane ermöglichte sowohl normal frontal als auch seitlich »laissez-faire« zu sitzen. In Zeiten des Neoklassizismus verbreitert sich beim Ottomane die Sitzfläche zu einem Oval, die Rücken- und Armlehnen verschwinden am Polstermöbel nahezu ganz.