Multiplex-Platte

Schichtholz wird seit Jahrzehnten erfolgreich im Möbel-Bau eingesetzt, schließlich zeichnen sich Schränke und Sideboards, Betten und Tische durch ungewöhnliche Stabilität und Robustheit aus:

Setzt man Massivholz im Möbel-Bau ein, steht man insbesondere bei größeren Oberflächen vor einem Problem: Zwar ist Massivholz in seiner Maserungsrichtung äußerst zugstabil, aber quer zur Maserung verwindet sich das Holz, insbesondere wenn Feuchtigkeit im Spiel ist. Es schwindet und zieht sich somit zusammen bei Trockenheit oder es quillt und dehnt sich aus bei zu großer Raumfeuchte. Um diesem Phänomen aus dem Weg zu gehen, wurde schon im 19. Jahrhundert flächige Holzfurniere entweder nahezu parallel zur Maserung als Schichtholz oder quer zur dieser als Sperrholz verleimt. Ersteres wird als Formschichtholz gerne kleinteilig als Boxen bzw. als Verschalungen im Möbelbau eingesetzt.

Besonders die Verleimung der Holzfurniere im 90° Winkel zueinander in sogenannter »gesperrter« Weise als Sperrholz – bestens zu sehen an der wechselnden Lichtbrechung der Holzmaserung – unterbindet jegliches Verziehen der Holzplatte. Aufgrund der negativen öffentlichen Meinung wird der kennzeichnende Begriff gerne vermieden und Sperrholz-Platten aus Birkenholzfurnier lieber als Birkenschichtholz bezeichnet. Besonders dicke Birkenschichtholz-Platten mit mehrfach gesperrten Holzfurnierlagen tragen die Bezeichnung Multiplex-Platte. Und diese Multiplex-Platte wird nicht nur für robuste Schränke und Regale verwendet, sondern auch in modernen Designklassiker-Möbel wie den »Nelson Table« Beistelltisch von George Nelson oder der berühmten »Stapelliege« von Rolf Heide, wobei eine strapazierfähige Beschichtung bzw. Laminierung die Holzplatte der Tische und Betten schützt.

close

NEWSLETTER ANMELDUNG

Weitere Lexikon-Einträge