Japanisches Design

Minimal in der Form, maximal in der Verarbeitung – umwerfend in Ästhetik und Nutzen: japanisches Design! Es sind Designer japanischer Herkunft, die den beliebten Japonismus der 1920er und 1930er Jahre nutzen, um japanisches Design mehr publik zu machen: Isamu Noguchi, ein amerikanischer Bildhauer, greift in den 1950er Jahren ein uraltes japanisches Kunsthandwerk auf, wandelt es in bezaubernde Leuchten namens »Akari« ab, die einfach hervorragend zum angesagten Mid-Century Design passten. Aus ihnen entwickelt im übrigen George Nelson seine berühmten »Bubble« Pendelleuchten weiter. Sori Yanagi dagegen greift stets die neusten Verarbeitungstechniken auf, kreiert den »Butterfly« Hocker aus angesagtem Schichtholz im Biegeverfahren, später den »Elephant Stool« in den Anfangstagen der Kunststoffverarbeitung. Und trotzdem waren die Vorbehalte gegenüber japanischem Design noch groß: Erst Ende der 1990er Jahre bzw. am Anfang des neuen Jahrtausend setzt sich eine große Schar neuer japanischer Designer in der hart umkämpften Designerszene durch. Ob Naoto Fukasawa, Nendo, Tokujin Yoshioka oder Nao Tamura – alle tragen die japanische Tradition im Herzen, sehen jedoch wie das skandinavische Design sich im steten Wandel, das heißt sie sind offen für Innovationen von Technik bis zum Material, ohne vom Minimalismus der Ästhetik und einer hochwertigen Verarbeitung auch nur einen Deut abzurücken. Das sich aus diesem offenen Wandel gerne Kooperationen mit skandinavischen Designern und Marken ergeben ist fast schon selbstverständlich.