Italienisches Design

Italienisches Design verbindet anziehende Anmut, neugierige Experimentierfreudigkeit und traditionelles Handwerk mit augenzwinkernder »La Dolce Vita«:

Statt sich in der »Neuen Sachlichkeit« im Bauhaus-Stil zu verlieren und somit Gegenwehr in Sachen traditioneller Rustikalität zu provozieren, setzt italienisches Design auf die ureigene Lebensart Italiens und schreitet zugleich entspannt und neugierig auf innovativen Wegen. Welches Land hätte sonst haltlose Sitzsäcke wie den »Sacco«, überdimensionierte Grashalme als »Pratone« Sofa, witzige Trecker-Sitze als Hocker oder barocke Sitzmöbel in transparentem »Louis Ghost«-Kunststoffdesign zu funktionalem Lichtdesign wie »Tolomeo« kombiniert? Das entspannte Treiben im Leuchten- und Möbel-Design geht in Italien halt gerne mit Ironie Hand in Hand. Aber nicht ohne das traditionelle Handwerk zu vergessen: noch heute werden eine Vielzahl der Designklassiker und Neuheiten in kleinen Familienbetrieben in Lizenz hergestellt. Dieses dichte Netz an experimentierfreudigen, aber traditionsreichen Handwerksbetrieben ist die Wiege italienischen Designs. Befeuert wird die Innovationswut, mit gewagten Entwürfen die Welt zu beeindrucken, nicht nur durch den renommierten Designpreis »Compasso d’Oro«, sondern vor allem durch eine Vielzahl aufregender Design-Magazine.

Die Experimentierfreudigkeit neue Entwürfe zur Serienreife zu bringen, bestärkt nicht nur den inländischen Markt. Die zahlreichen Mode-Strömungen italienisches Design von der Radical Bewegung der jungen Wilden Ende der 1960er Jahre oder Memphis, Mitte der 70er Jahre, bestärken die meist in den 1950er Jahren gegründeten Accessoires-, Leuchten- und Möbelmarken wie Kartell, Magis, Driade, Emu und Varaschin.

Während elegante Polstermöbel im geradlinigen Luxus den heimischen Markt beherrschen, setzen einige Hersteller weltweit erfolgreich Akzente italienisches Design in bewährtem Metall: Emu fördert Metallmöbel als witterungsbeständige Gartenmöbel. Im weltweiten Blickpunkt steht jedoch italienisches Design aus Kunststoff: Plank und Kartell investieren viel Zeit und Mühe nicht nur den Kunststoff als Material zu verbessern, sondern auch das schlechte Image wackeliger Kunststoffstühle loszuwerden. Mit frischer, teils frecher Gestaltung und neuen Kunststoff-Arten gelingt ihnen das spielend: Plank erforscht mit BASF den neuen Ultradur® Kunststoff und setzt Kartell meist auf das eigens weiterentwickelte Polycarbonat, das vor allem in seiner transparenten Kunststoff-Version den Weltmarkt erobert! Kurzum, italienisches Design ist weit mehr als handgearbeitete Schuhe, Mode und aufregende Autos…

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