Formschichtholz

Holz in geschwungene Formen zu zwängen, war ein großes Anliegen der Designer Anfang des 20. Jahrhunderts im Möbel-Bau. Zwar experimentierte schon der Amerikaner Isaak Cole 1874 mit sogenanntem Formholz, aber erst um 1930 wurde das Verfahren an zwei Orten industrialisiert: Thonet setzt in den ersten Stahlrohr-Freischwinger S43 des niederländischen Bauhaus Designers Mart Stam Formholz als Sitz und Rücken ein, während Alvar Aalto mit Form-Schichtholz eine zarte Federung der Sitzfläche im »Paimio« Sessel erwirkt. Anfang der 1950er Jahre entwickelt der dänische Designer Arne Jacobsen seinen berühmten »Ameise« bzw. resultierend daraus den »Series 7« Stuhl. Formschichtholz ist zwar die unpräzisere, aber gewöhnlichere Bezeichnung für Formsperrholz, denn ähnlich wie beim Birkenschichtholz werden dünne Holzfurniere aus beliebigen Harthölzern »gesperrt«, d.h. um 90° in der Richtung der Maserung miteinander verleimt, um die Festigkeit des Werkstoffes zu erhöhen. Unter Dampfdruck wird die plane Formsperrholz-Platte gebogen bzw. in eine vorgegebene Form gepresst. Zur sichtbaren Verwendung von Formsperrholz wird gern im Möbel-Bau Hartholz wie BucheNussbaumEiche, Ahorn oder Esche verwendet. Durch industriellen Maschineneinsatz wird Formholz heute zahlreich vor allem in der Sessel- und Stuhl-Herstellung verwendet.