Art déco

Ihren Namen schuldet diese Stilrichtung der 1925 in Paris stattfindenden Ausstellung »Exposition internationale des Arts Décoratifs et industriels modernes«, die sich von der reinen Kunstmesse zur Mode-, Design- und Möbelmesse entwickelt. Ausgehend von dem auf Ornamente verzichtenden Funktionalismus in der französischen Kunst entwickelt sich der geradlinige, simple Geometrien bevorzugende Einrichtungsstil Art déco, der auch der fortschreitenden Technisierung seinen Tribut zollt. Was heute als Art déco gilt lässt sich jedoch in der Blütezeit der späten 1920er Jahren nicht so eindeutig abgrenzen: Während die einen den floralen Dekor des Art nouveau bzw. den Jugendstil der Wiener Secession weiter frönen, wandern andere in den technisierten Bauhaus Design ab. Wuchtige Möbel, pompöse Leuchten und Vasen in simplen Geometrien, gerne mit geriffelten oder facettierten Oberflächen, mal mit hochglänzenden Lackschichten, mal mit auffälligem Wurzelholzfurnier oder glänzend polierten Metalloberflächen – das Material glänzend in Szene zu setzen, ist ein Merkmal im Art déco. Während die Franzosen das tiefe Schwarz zum polierten Messing in Szene setzen, greifen die in den 1930er Jahren infizierten Amerikaner zu Pastellfarben. Ihr »Miami Beach« Baustil und Ausstattung prägt das heutige Verständnis dieser Design­richtung entscheidend, taucht den elegant dunklen französischen Ursprung in ein türkis- bis rosafarbenes Licht.