Acryl / Acrylglas

Einer der ersten Kunststoffe, die im Design der Möbel, Leuchten und Accessoires für Aufruhr sorgen: unter Acryl versteht man alle Polymere der Acrylsäuerester, die aufgrund ihrer Eigenschaften – schnell trocknend und farbecht – gerne als Faser für UV- und witterungsbeständige Stoffe wie Dralon oder Sunbrella® als auch als Dispersion- bzw. Acrylfarbe verwendet werden. Acrylglas bzw. Polymethylmethacrylat, auch kurz Methacrylat genannt, ist witterungs-, alterungs- und nahezu säurebeständig. Ethanol und Aceton jedoch greifen Acryl an, d.h. Möbel, Leuchten und Accessoires nicht mit alkoholhaltigen Lösungen reinigen. 1933 meldet der deutsche Chemiker Otto Röhm diesen glasklaren Methacrylat-Kunststoff als Plexiglas® an.

Neben seiner Verwendung in der Automobiltechnik und Medizin, insbesondere der Zahnmedizin und Orthopädie, sorgen jedoch in den 1960er Jahren erstmalig das glasklare Möbel-, Leuchten- und Accessoires-Design aus Polymethylmethacrylat für Furore. Die klaren Acrylglas-Tischchen als »Dreisatztisch« ziehen in nahezu jede Wohnung ein. Heute läuft das wesentlich strapazierfähigere Polycarbonat dem klaren Acrylglas den Rang ab, werden eher Leuchten und Accessoires als Tisch und Stuhl aus dem günstigeren und leichter zu verarbeitenden Acryl-Kunststoff hergestellt. Wie beim Polycarbonat empfiehlt es sich, Acryl nicht trocken vom Staub zu befreien, sondern mit Wasser und einem Tropfen Geschirrspülmittel auf einem weichen Schwamm zu reinigen.